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Nationalsozialistische Herrschaft  (1933 - 1945)

Zur NS-Zeit gibt es sehr viele gute Internetseiten. Insbesondere in Lemo (Das NS-Regime) und unter ZUM die Arbeitsblätter von Dr. Bühler sowie Einzelstichworte in Wikipedia. Daher erübrigt sich hier weitgehend das Anführen von Links. Der folgende Text ist aber als eigener kurzer Überblick dennoch sinnvoll.

   Zur aktuellen Diskussion über das Buch "Hitlers Volksstaat" von Götz Aly:

Götz Aly 1 - Götz Aly 2 - Götz Aly 3 - Hans Mommsen  - Götz Aly 4

 

NS-Ideologie:

Wurzeln: in Nationalismus, Rassismus, Antisozialismus, Antisemitismus im 19. Jh. verschärft durch Ressentiments gegen Versailler Vertrag, Republik, Liberalismus, („Sittenverfall“), Kapitalismus („Plutokratie“), Kommunismus des 20. Jahrhunderts

Inhalte: Rassismus (Antisemitismus, Lebensraumtheorie), Sozialdarwinismus („Kampf als Lebensprinzip“), „deutscher Sozialismus“ (Antikapitalismus und Gemeinschaftsideologie: „schaffende Deutsche der Stirn und Faust“), Führerprinzip

 

soziale Schichtung der NSDAP:

Der Mittelstand überrepräsentiert; Gründe: soziale Deklassierung durch Inflation und autoritäre Persönlichkeitsstruktur

 

Gründe für den Erfolg des Nationalsozialismus:

1) traditionelle Theorie: Versailler Vertrag, Weltwirtschaftskrise, demagogisches Geschick Hitlers, Intrigen

2) orthodox-marxistische Theorie: Industriekartell baut den Faschismus auf, Faschismus als Instrument des Kapitalismus (Czichon)

3) kombinierte Theorie: Wirtschaftskrise führt bei Industrie zum Bedürfnis, die organisierte Arbeitnehmerschaft als politischen Faktor auszuschalten. Der Staat soll das leisten. Als Partner dafür den Faschismus gewählt. Antikapitalistische Tendenzen im Nationalsozialismus durch Bestechung ausgeschaltet. Faschismus als gleichwertiger Partner, Aufstieg nicht hauptsächlich aufgrund von finanzieller Unterstützung, sondern wegen Erfolgs der Ideologie. (u.a. Kühnl)

 

Innenpolitik:

(Einzeldaten und Dokumente)

Machtübernahme und Festigung der Macht:

30.1.33 "nationale Erhebung", "Einrahmung" scheitert

28.2.33 Verordnung zum Schutz von Volk und Staat ("Brandverordnung"), KPD ausgeschaltet

5.3.33 Reichstagswahlen: NSDAP 43,9%, DNVP 7,9%

24.3.33 Gesetz zur Behebung der Not von Volk und Reich ("Ermächtigungsgesetz");

(verfassungsändernde Gesetzgebung durch Regierung möglich, nur Scheingarantien für die Institutionen von Reichstag, Reichsrat und Reichspräsident)

31.3.33 - 14.2.34 Gleichschaltung der Länder

2.5.33 Ausschaltung der Gewerkschaften: DAF (Deutsche Arbeitsfront)

22.6. - 5.7.33  Auflösung der Parteien (Verbot der SPD, Selbstauflösung der anderen)

30.6.34 Beendigung der SA-Revolution (Röhmaffaire)

2.8.34 (datiert auf 1.8.) Gesetz über das Staatsoberhaupt des Reiches (Reichswehr auf Hitler vereidigt)

4.2.38 - 27.8.38 endgültige Kontrolle über die Reichswehr/ Wehrmacht

9./10.11.38 Reichspogromnacht

Wirtschaftspolitik

Gleichschaltung der Wirtschaft

weitgehende  Beseitigung der Arbeitslosigkeit durch:  öffentliche Arbeiten,  Reichsarbeitsdienst,  Umstellung auf  Kriegswirtschaft und allgem.  Wehrpflicht Beseitigung der Finanzierungslücke: Mefo-Wechsel (langfristig: verheimlichte Inflation) Umstellung auf Kriegswirtschaft:  Anteil der Rüstungsausgaben an öffentlichen Investitionen 1933: 23% 1938:74%

 

Innere Struktur des NS-Staates:

1) Führerstaat: hierarchische Gliederung; Zentralisierung; Kumulation der Macht beim Führer; Prinzip der überlappenden Kompetenzen (teile und herrsche)

2) Erfassung des Menschen: Propaganda, Gleichschaltung der Massenmedien, von Kunst- und Kulturbetrieb und Wissenschaft, Kampf gegen Kirchen, NS-Erziehung, RAD, NS-Berufsorganisationen

3) Aufhebung des Rechtsstaates: polit. abhängige Justiz, Terror, Konzentrationslager, Judenverfolgung und Judenvernichtung

 

Außenpolitik

(Einzeldaten und Dokumente)

Ziel: "Lebensraum", Endziel: Weltherrschaft

Mittel: Bereitschaft zum Einsatz militärischer Mittel, Kriegsdrohung, Krieg

Technik:

a) Zweigleisigkeit: kleine Forderungen unter gleichzeitiger Betonung des Friedenswillens, Verträge mit der Absicht, sie nicht zu halten (Polen, UdSSR)

b) Schaffung vollendeter Tatsachen unter gleichzeitiger Betonung des Friedenswillens (Rheinland, Tschechei)

c) Einsatz der Auslandsdeutschen unter Kriegsdrohung  (Österreich, Tschechoslowakei, Polen)

d) Bereitschaft zum Krieg ohne Vorwand des Auslandsdeutschtums

e) Bündnisse mit faschistischen und autoritären Staaten

 

Daten:

22. 7.33 Konkordat

19.10.33 Austritt aus dem Völkerbund

26. 1.34 Nichtangriffspakt und Freundschaftsvertrag mit Polen

16. 3.35 Einführung der allgemeinen Wehrpflicht

 7. 3.36 Besetzung des Rheinlands

25.10.36 Deutsch-italienischer Vertrag (Achse Berlin-Rom)

25.11.36 Antikominternpakt (Dtl.-Japan; Beitritt Italiens 6.11.37)

11./13.3.38 Einmarsch in Österreich

29. 9.38 Münchener Konferenz 1.10. Einmarsch in sudetendeutsche Gebiete, März 39 in Prag)

22. 5.39 dt.-ital. Militärbündnis ("Stahlpakt")

23. 8.39 dt.-sowjet. Nichtangriffspakt

 1. 9.39 Angriff auf Polen

22. 6.41 Angriff auf Sowjetunion

 9. 5.45 Gesamtkapitulation

Dokumente