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Texte zum Gedenken an den Holocaust

 

Reichstagsrede Hitlers vom 30. Januar 1939

Auszug aus der Reichstagsrede Hitlers vom 30. Januar 1939

"... Der Nationalsozialismus kennt nun das Wort Kapitulation weder innen- noch außenpolitisch. Er ist von der brutalen Entschlußkraft erfüllt, Probleme, die gelöst werden müssen, anzufassen und so oder so auch zu lösen. Und wir müssen dabei, wie die Dinge liegen, das, was uns an materiellen Mitteln fehlt, ersetzen durch äußersten Fleiß und durch die äußerste Konzentration unserer Arbeitskraft ...

Die Völker werden in kurzer Zeit erkennen, daß das nationalsozialistische Deutschland keine Feindschaft mit anderen Völkern will, daß alle die Behauptungen über Angriffsabsichten unseres Volkes auf fremde Völker entweder aus krankhafter Hysterie geborene oder aus der persönlichen Selbsterhaltungssucht einzelner Politiker entstandene Lügen sind ...

Ich will heute wieder ein Prophet sein: Wenn es dem internationalen Finanzjudentum in- und außerhalb Europas gelingen sollte, die Völker noch einmal in einen Weltkrieg zu stürzen, dann würde das Ergebnis nicht die Bolschewierung der Erde und damit der Sieg des Judentums sein, sondern die Vernichtung der jüdischen Rasse in Europa ..." 

Hitlers Prophezeiung wurde nicht als Warnung ernst genommen. Leider.

 

Ein Parallelfall zu Anne Frank

Nur 21 Seiten konnte Helga Deen beschreiben - dann holten die Nazi-Schergen sie aus dem holländischen Lager Vught und verfrachteten sie mit ihrer Familie in das polnische Todeslager Sobibor. Auf den wenigen Seiten des Heftes hält Deen jedoch in eindringlichen Schilderungen den Terror ihres Lagerlebens im Juni 1943 fest.

Anfang des Jahres waren die Experten des Tilburger Regionalarchivs in den Besitz der Aufzeichnungen gelangt. Angehörige eines Mannes, der damals mit dem Opfer befreundet gewesen war, hatten ihnen das Dokument übergeben. Gerrit Kobes vom Tilburger Archiv bezeichnet die historische Hinterlassenschaft als einzigartig. Am Samstag kommender Woche soll Helga Deens Schicksalsbericht der Öffentlichkeit präsentiert werden.

Die junge Frau, die den Adressaten ihrer Notizen mit "Liebster" anspricht, vertraut dem Freund ihre Gedanken und Erlebnisse an. Zusammen mit Briefen, einem Federhalter und einer Haarlocke konnten die Aufzeichnungen in einer Damenhandtasche aus dem Lager geschmuggelt werden, berichtet die Zeitung "de Volkskrant" in ihrer heutigen Ausgabe.

Helga Deen schildert unter anderem die Schrecken einer Entlausungsaktion oder ihre Erschütterung über den Abtransport von Kindern. In dem Text zeigt sie deutlich ihren Überlebenswillen: "Wenn mein Wille stirbt, sterbe ich auch", trägt sie in ihr Tagebuch ein. Einen Monat verbringt sie im Lager Vught. Sie hofft, durch die Anforderung zu einer Arbeit bei der Glühlampenfabrik Philips vom Abtransport verschont zu werden. Doch dann kommt ihr letzter Eintrag: "Packen, heute morgen ein sterbendes Kind erlebt, was mich völlig durcheinander gebracht hat. Aber alles ist nichts, verglichen mit dem Letzten. Wieder geht ein Transport ab und diesmal sind wir dabei."

Die Eintragungen erinnern stark an die Tagebücher des jüdischen Mädchens Anne Frank. Deren Familie flüchtete 1933 vor dem Terror der Nationalsozialisten in die Niederlande. Nach dem Einmarsch der deutschen Truppen versteckten sich Anne Frank und ihre Familie in einem Amsterdamer Hinterhaus. Dort schrieb das Mädchen ihr weltberühmtes Tagebuch. Ein Jahr nach Helga Deens Tod wurden die Franks verraten und ebenfalls in ein Lager abtransportiert. Anne Frank starb in Bergen-Belsen. Ihr Vater überlebte und veröffentlichte nach dem Krieg ihr Tagebuch.